libhtm_comboxsqltab NW-DA-1-s Eggwald, Dallenwil, Skilift
Ort, KantonDallenwil, NW
Koord. Talstation670.307/196.000 ; 1210 m.ü.M
Koord. Bergstation670.292/195.575 ; 1341 m.ü.M
EinstufungNational
Besuch08.04.2009 eb
Inventar24.11.2010 zk

BetreiberinLuftseilbahn Dallenwil-Wirzweli
HerstellerLeitner

Baujahr1967
Erstinbetriebsetzung1967
Umbauten-
Stütze

Situation

Beschreibung der Anlage

In einem zwischen dem Stanserhorn im Norden und dem Alpweidrücken Gummen gelegenen Hochtal, im moorigen Quellgebiet des Steinibachs auf dem Gebiet der Gemeinde Dallenwil im Engelbergertal (NW), befindet sich der zu einem Feriendorf angewachsene Weiler Wirzweli. Das auf 1'200 m ü. M. gelegene Wirzweli ist heute Zentrum eines attraktiven Sommer- und Winterausfluggebiets und wird von Dallenwil her von einer Gruppenpendelbahn (71.091 von Garaventa aus dem Jahr 2002 als Ersatz für die Luftseilbahn von 1965) erschlossen.
Am Südwestrand von Wirzweli befinden sich an dem nach Norden ausgerichteten Hang Eggwald/Hinter Gummen drei Aufzugsanlagen (vgl. auch NW-DA-3-s und NW-DA-2). Der kurze bis zum Rand des Eggwalds führende Tellerskilift von Leitner wurde 1967 installiert. Der Lift verläuft geradlinig nach Süden; die Strecke ist im unteren Teil recht flach und steigt zur Bergstation hin mässig an. Entlang der knapp 480 m langen Strecke stehen sechs Portalstützen. Leitners frühe Norm-Portalstützen setzen sich aus geschweissten Rundrohren (Beine und Joche) sowie Profilblechen (Streben) zusammen.
Der kompakte, eigentlich als freistehende Station ausgebildete Antrieb steht im Tal und ist in einem Gebäude untergestellt. Die Kraftübertragung des auf einem Betonsockel angebrachten Motors erfolgt über Keilriemen auf das Getriebe. Die Antriebsscheibe ist mit einer Serie aneinander gereihter Gummi-Einlageplättchen gefüttert, anstelle der sonst üblichen Gummi-Einlageschnur. Die Umlenkstation auf dem Berg ist zugleich Spannstation. Die hinter der Umlenkscheibe stehende Abspannungseinrichtung sowie die Gewichte werden von einem Holzscherm umhüllt und geschützt. Als Schleppvorrichtungen dienen die für Leitner typischen fest geklemmten kurzen Tellerstangen. Bis auf den Motor und die Fernüberwachung aus dem Jahr 2006 stammen sämtliche Systemkomponenten von Leitner, auch die 1985 partiell ausgewechselten Gehänge sind Leitner-Elemente.
Das aus der Erstellungszeit stammende Gebäude, in dem die Liftstationseinrichtung untergebracht ist, ist ein zweigeschossiges, breitgelagertes, chaletartiges Wohnhaus unter Satteldach. Der mit Zementfaserplatten verrandete Holzbau weist eine der lokalen Bautradition angemessene Volumetrie und Materialisierung auf und ist daher vergleichsweise diskret.


Gesamtwürdigung

Der Tellerlift von Wirzweli/Eggwald ist die älteste bekannte der wenigen Anlagen, die der renommierte Südtiroler Seilbahnhersteller Leitner in der Schweiz realisieren konnte. Der Lift steht heute erstaunlicherweise immer noch in seinem Originalzustand in Betrieb! Er gehört zur älteren Infrastruktur des reizvollen Nidwaldner Skigebiets oberhalb des Engelbergertals.


Bewertung

Konzeption
Erschliessungsidee (Vision)hochbereitstellen eines Skihanges am Nordhang des Eggwaldes südlich des zu einer Ferienhaussiedlung erweiterten Weilers Wirzweli
Linienführung: Planung, Umsetzunghochkurze, gerade u. regelmässig ansteigende Linie
Seilbahntechnik
besondere oder typische tech. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialienherausragendkompakter Antrieb in Talstation; Keilriemenantrieb; Fütterung der Antriebsscheibe mittels eingelegten Gummiplättchen anstelle der üblichen Gummieinlageschnur; von Holzscherm umhüllte Gewichtsabspannung bei Bergstation; älteste Leitner Normstütze: Portalstütze aus Rohren geschweisst; Teller-Schleppvorrichtungen, teilweise ersetzt
seilbahntechnische Bedeutung: Prinzip, Herstellerherausragendältester noch existierender u. nahezu integral aus der Erstellungszeit überlieferter Leitner-Skilift: repräsentative Anlage des berühmten u. traditionsreichen, in der Schweiz eher marginal mit Skiliften vertretenen Seilbahnherstellers Leitner aus Sterzing/Südtirol
Baukunst: Streckenbauwerke, Hochbauten
Ingenieurbau--
ArchitekturhochTalstation in zweigeschossigem, chaletartigen Wohnhaus integriert; bei Bergstation Holzschopf für Abspannung; unauffällige, der Baulandschaft angepasste Volumetrie u. Materialisierung
besondere oder typische arch. Konstruktion, Ausführung, Lösung, MaterialiendurchschnittlichHolzkonstruktion unter Satteldach; Aussenhülle mit Faserzementplatten verkleidet
bautypologische Bedeutungherausragenddas Gebäude, in dem die Stationseinrichtung integriert ist, stammt aus der ursprünglichen Erstellungszeit u. bildet somit ein zum Lift gehörendes Element
Authentizität: materielle, ideelle Überlieferung
Umfang und Qualität der ursprünglichen Komponentenherausragendgrossmehrheitlich aus der Erstellungszeit überliefert
Qualität der Nachrüstungenherausragend1985 nur Teilersatz der Schleppvorrichtungen durch die ursprüngliche Herstellerfirma; Ergänzung Fernüberwachungsanlage (2006)
funktionale Unversehrtheitherausragendnach wie vor in Betrieb
Kulturgeschichte
Personen, Firmen, Institutionen-Uertekooperation
Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, Militärsehr hochseit 1965 mit einer, auf den Fremdenverkehr ausgerichteten Seilbahn erschlossenes u. ab 1970 systematisch mit einer Ferienhausanlage ergänztes Alpgebiet: Dallenwiler Fremdenverkehr-Schwerpunktgebiet; dank Pendelbahn NW-DA-4 mit dem Weiler Wiesenberg, der schon seit 1934 mit einer Seilbahn erschlossen ist, verbunden
Räumliche Situation
Berücksichtigung der Landschaft, der natürlichen Umgebung, des urban. Kontextshochunaufdringlicher, gut in die Landschaft eingegliedeter Lift; Konzentration von Anlagen
Infrastruktur
touristische/betriebliche Infrastrukturhochweitere Aufzugsanlagen auf dem kleinen, aber attraktiven Skigebiet auf der südlich von Dallenwil liegenden Geländeterrasse; auch interessantes Sommerangebot: Wanderwege, Rodelbahn
VerkehrsnetzehochHauptzubringer über das im Aatal gelegene Dallenwil (Auto/per Zug Luzern-Stans-Engelberg-Bahn LSE, heute Zentralbahn), anschliessend mit Gruppenpendelbahn von Dallenwil nach Wirzweli (71.091)

Anhang 1: Technische Daten

Strecke

Fotos
BetriebszweckTouristisch
Streckenlänge (schief)474 m
Höhendifferenz131 m
Spurweite (auf Stützen); Bergseilseite2000 mm; rechts
Anzahl StützenFotos6
Stützenbautechnik; StützenformStahlrohr; Portalstütze
Stützen Hersteller1967; Leitner
Stützen-Rollenbatterie HerstellerFotos1967; Leitner

Hochbauten

Talstation Name; KonstruktionFotos1967; Wirzweli; Holzbau
Bergstation Name; KonstruktionFotos1967; Eggwald; Ohne Gebäude

Seile

Förderseil Anzahl; Durchmesser1; 17 mm

Antrieb

Fotos
Antrieb Ortin Talstation
Motor HerstellerFotos1967; Marelli
Antriebstyp; MotorleistungDrehstromnebenschlusskommutator Motor DNK; 37 kW
Getriebe HerstellerFotos1967; Leitner

Bremsen

Mechanische Einrichtungen

Förderseil SpannsystemGewicht Bergstation

Elektrotechnische Einrichtungen

Steuerung HerstellerFotos1967; Leitner
Fernüberwachungsanlage HerstellerFotos2006; Frey AG

Fahrbetriebsmittel

Fotos
Anzahl56
Gehänge Hersteller1967/1985; Leitner
Klemmvorrichtung Hersteller; TypFotos1967; Leitner; Festklemme

Förderleistung

Fahrgeschwindigkeit max.; Fahrzeit2.8 m/s; 2.5 Min.
Personenleistung600 Personen/h
Notwendiges Betriebspersonal2 Pers.

Anhang 2: Apparat

Archive
-SWA BS Verkehr B 644 (Skilift Eggwald/Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli AG)
-IKSS Meiringen
e-docs
-http://www.bergbahnen.org/images/datenbank/716.jpg  

Anhang 3: Jahrzahlen der Komponenten

Jahre Graphik

Anhang 4: Relationen

HerstellerLeitnerLeitner AG
Anlage in der NäheNW-DA-3-sSLEggwaldried - Gummen, Dallenwil

Anhang 5: Bildauswahl

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