libhtm_comboxsqltab SZ-EI-4-s Bennau II (rechts), Einsiedeln, Skilift
Ort, KantonEinsiedeln, SZ
Koord. Talstation697.979/222.558 ; 880 m.ü.M
Koord. Bergstation698.175/221.753 ; 1054 m.ü.M
EinstufungNational
Besuch17.03.2009 eb
Inventar21.11.2010 zk

BetreiberinSkilifte Mädern AG, 6418 Rothenturm
HerstellerOehler

Baujahr1967
Erstinbetriebsetzung1967
Umbauten-
Überwachungskabine Bergstation, Stütze

Situation

Beschreibung der Anlage

Das Dorf Bennau gehört zur Gemeinde Einsiedeln und liegt zwischen Biberbrugg und Einsiedeln, in der Ebene beim Zusammenfluss von Alp und Biber. Südöstlich des Dorfzentrums befindet sich an einem schneesicheren, unverbauten Nordhang ein kleinflächiges, familienfreundliches Übungsskigebiet. Die Wintersportinfrastruktur von Bennau ist dem Skigebietsverbund Mädern/Rothenturm – Bennau/Einsiedeln angegliedert.
Im regelmässig ansteigenden, sanft modellierten Hang sind zwei parallel geführte Skilifte angelegt, deren Strecken geradlinig sind und im mittleren Abschnitt dem Waldrand entlang führen (vgl. SZ-EI-3-s). Beide Bügellifte stammen von der renommierten Seilbahnfirma Oehler & Co. aus Aarau.
Der Lift Bennau II wurde 1967 als Zweitanlage erstellt. Die Bewältigung der Streckenlänge von 840 m erfolgt über neun T-Stützen. Die Stützen sind leichte asymmetrische Fachwerkkonstruktionen, an der Rücklaufseite schräg zulaufend und mit Normträger-Jochen. Die Antriebe beider Lifte werden beim Startpunkt von einem einzigen Gebäude umhüllt; die Umlenkstationen bergseits sind offen ausgebildet. Typisch für Oehler-Skilifte ist der mit der Spannvorrichtung kombinierte Brückenantrieb. Sehr selten anzutreffen ist die Binder-Bremse am Motorwellenende, besonders eindrucksvoll ist der handbetriebene Kontroller. Der Skilift ist nach wie vor mit den aus der Errichtungszeit stammenden Schleppgehängen (Klemmen und Einzugsapparate), die ebenfalls von Oehler fabriziert wurden, bestückt.
Das aus zwei Bauetappen hervorgegangene Talstationsgebäude ist ein breitgelagerter, an ein grösseres Chalet erinnernder Bau unter Satteldach. Es ist dreiseitig mit Holzschindeln verrandet und weist zum Dorf hin eine hermetische Nordfassade auf; die zum Hang gerichtete, hell verputzte Giebelseite ist zweigeteilt und in der Westhälfte mit einem Vorbau verlängert. Die östliche Skiliftausfahrt des älteren Skilifts Bennau I kann mit einem Tor geschlossen werden; die jüngere Westöffnung ist nicht schliessbar. Gebäudestruktur und Stationskomponenten sind aufs engste mit einander verbunden, daher stellt die Baute ein zur Anlage gehörendes Element dar.


Gesamtwürdigung

Die Firma Oehler stellte bereits seit 1937 Skilifte her, vorerst nach dem System Hefti, das sich in der Folge allerdings nicht durchzusetzen vermochte. So stieg Oehler Ende der 1940er-Jahre auf das gängige Constam-Prinzip um, bevor er Ende der 1960er-Jahre die Fabrikation von Skiliften einstellte. Heute sind nur noch wenige Oehler-Skilifte integral erhalten; zu diesen seltenen Werken gehört der Skilift Bennau II. Als eine der ältesten noch betriebenen Oehler-Anlagen im Originalzustand gehört dieser trotz seiner unspektakulären Linienführung und Kürze zu den bedeutenden Zeugen der Schweizer Skilifttechnik. Zusammen mit der Parallel-Anlage Bennau I (SZ-EI-3-s) bildet der Bügellift Bennau II ein einheitliches, technikgeschichtlich interessantes Ensemble.


Bewertung

Konzeption
Erschliessungsidee (Vision)hochErgänzungsanlage zu SZ-EI-3-s; Familienskigebiet nordwestlich von Einsiedeln, an schneesicherem, unverbautem Nordhang
Linienführung: Planung, Umsetzungsehr hochgerade, kurz; ideal
Seilbahntechnik
besondere oder typische tech. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialiensehr hochtypisch für Oehler: selbsttragende Konstruktion u. charakteristischer Brückenantrieb; Kontroller handbetrieben; sehr selten: Antrieb mit Binder-Bremse (Scheibenbremse) am Motorwellenende; Umlenkscheibe mit Speichen; leichte, asymmetrische Fachwerkstützen
seilbahntechnische Bedeutung: Prinzip, Herstellerherausragendfrüher, aus der Erstellungszeit überlieferter u. integral erhaltener Oehler-Lift; um vier Jahre jüngere Installation als die parallel geführte Anlage SZ-EI-3-s; die beiden Anlagen bilden ein wichtiges Zeugnis der lediglich von den späten 1940er-Jahren bis 1969 Skilifte nach dem System Constam fabrizierenden Firma Oehler aus Aarau
Baukunst: Streckenbauwerke, Hochbauten
Ingenieurbau--
Architekturhochbreitgelagerter, an ein gross dimensioniertes Chalet errinnernder, in zwei Etappen entstandener Talstationsbau; Volumen Talstation für zwei Lifte (vgl. SZ-EI-3-s); Bergstation offen
besondere oder typische arch. Konstruktion, Ausführung, Lösung, MaterialiendurchschnittlichMassivbau verputzt, Talseite u. Schmalfassaden in traditioneller Art mit Schindelrand verkleidet; Satteldach; westlicher Teil bergseitig vorspringend; Stationseinrichtung Brückenantrieb in die Gebäudestruktur eingelassen
bautypologische Bedeutungherausragendbuchstäblich fixe u. aus der Bauzeit stammende Komponente des Skilifts; dem Kernbau angemessene, unauffällige Erweiterung
Authentizität: materielle, ideelle Überlieferung
Umfang und Qualität der ursprünglichen Komponentenherausragendintegral überliefert
Qualität der NachrüstungenherausragendBewahrung der Substanz durch guten Unterhalt
funktionale Unversehrtheitherausragendin Betrieb
Kulturgeschichte
Personen, Firmen, Institutionen--
Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, MilitärhochSkigebiet: Mädern, Rothenturm; Sommer- u. Winterdestination Region Einsiedeln
Räumliche Situation
Berücksichtigung der Landschaft, der natürlichen Umgebung, des urban. Kontextshochin offenem Gelände; Ausstieg beim Waldrand
Infrastruktur
touristische/betriebliche InfrastrukturhochGastbetriebe: Restaurant Mädern u. Skihütte Bennau
Verkehrsnetzehochvon der wichtigsten Verbindungsstrasse Vierwaldstättersee - Zürichsee her gut erschlossen; Pilgerweg nach Einsiedeln; Südostbahn Zürich-Biberbrugg, dann per Bus

Anhang 1: Technische Daten

Strecke

Fotos
BetriebszweckTouristisch
Streckenlänge (schief)840 m
Höhendifferenz174 m
Spurweite (auf Stützen); Bergseilseite2700 mm; links
Anzahl StützenFotos9
Stützenbautechnik; StützenformStahl Fachwerk; T-Stütze
Stützen Hersteller1967; Oehler
Stützen-Rollenbatterie HerstellerFotos1967; Oehler

Hochbauten

Talstation Name; KonstruktionFotos1967; Bennau; Massiv (Beton/Mauerwerk)
Bergstation Name; KonstruktionFotos1967; Brunneren; Ohne Gebäude

Seile

Förderseil Anzahl; Durchmesser1; 20 mm

Antrieb

Fotos
Antrieb Ortin Talstation
Antriebstyp; MotorleistungDrehstrom-Schleiffring-Läufermotor; 74 kW
Getriebe HerstellerFotos1967; Kissling

Bremsen

Mechanische Einrichtungen

Förderseil SpannsystemGewicht Talstation

Elektrotechnische Einrichtungen

Steuerung HerstellerFotos1967; BBC
Fernüberwachungsanlage Hersteller1967; Kündig

Fahrbetriebsmittel

Fotos
Anzahl77
Gehänge Hersteller1967; Oehler
Klemmvorrichtung Hersteller; TypFotos1967; Oehler; Festklemme

Förderleistung

Fahrgeschwindigkeit max.; Fahrzeit3.2 m/s; 4.3 Min.
Personenleistung1200 Personen/h
Notwendiges Betriebspersonal2 Pers.

Anhang 2: Apparat

Bundesinventare
-IVS (national)SZ 14: Einsiedeln - Biberbrugg
Archive
-IKSS Meiringen

Anhang 3: Jahrzahlen der Komponenten

Jahre Graphik

Anhang 4: Relationen

HerstellerOehlerOehler & Co., Eisenwerke
Ähnliche AnlageGR-DA-8-sSLStrelaalp Strelapass, Davos
Paralelle AnlageSZ-EI-3-sSLBennau I (links), Einsiedeln

Anhang 5: Bildauswahl

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